Jugendfilmpreis Baden-Württemberg
vom 2. bis 6. Dezember 2020 goes online

 

Der diesjährige Jugendfilmpreis Baden-Württemberg (Jufi) goes online. Das Filmfestival für
die jungen Filmemacher*innen aus dem Land findet vom 2. bis 6. Dezember 2020 unterm
Dach der Landesfilmschau statt (www.filmschaubw.de). Themen wie Verlust, Traumata,
Zukunftsangst und Zweifel, Schuldfragen und natürlich die Liebe treiben den Filmnachwuchs
aus dem Südwesten um. Der digitale Berufsinormationstag sowie Workshops mit bekannten
Gesichtern wie die Sängerin Cassandra Steen und der Ludwigsburger Erfolgsproduzenten
Jochen Laube machen das Filmfestival für die jungen User perfekt.
Im Wettbewerb geht es um die begehrten Jugendfilmpreise Baden-Württemberg. Für die
Jury keine leichte Entscheidung, denn die eingereichten Filme aus dem gesamten
Bundesland würden durchaus auch – wie in normalen Jufi-Jahrgängen üblich – den Roten
Teppich und die große Kinoleinwand vertragen.
Da ist zum Beispiel der spannende Film ‘Wegweiser’ von Julius Wieler. Der Protagonist Lars,
der für ein ganzes Jahr nach Australien gehen will, feiert in der Nacht vor seiner Abreise
noch einmal mit seinem großen Bruder Nick im Club durch. Sein älterer Bruder hält ihn vom
Fahren ab und setzt sich selbst ans Steuer. In der Morgendämmerung des Waldes
verschwindet Lars jedoch plötzlich spurlos. Eine rätselhafte Suche beginnt.
‘Tildas Trost’ von Adriane Sorg und Jan Horvath begleitet ein Mädchen, das mit Fernglas,
Walkie-Talkie und einer großen Prise Entdeckerlust durch die Natur streift. Fundstücke wie
alte Turnschuhe faszinieren sie. Ihre Beutestücke sammelt sie an einem großen, alten Baum
– an dem eines Tages schlafend ein älterer Mann lehnt, der eigentlich etwas ganz anderes
als Tilda an diesem Ort finden wollte.
In ‘Karussell’ von Sebastian Greim geht es um Mara, die alles hat, was man braucht, um
erfolgreich zu sein: Sie ist schön und im Job erfolgreich. Dennoch liegt sie nachts wach im
Bett und fragt sich, wozu das alles?
‘Camp Arrival’ von Cornelius Baum spielt im sommerlichen Camp Arrival, in dem die
Ankömmlinge in Wettbewerb Jagd auf verschiedene Blätter machen sollen. Eine Gruppe
entdeckt einen Rucksack und alles eskaliert: Freunde werden zu Gegnern, die sich
gegenseitig ausspielen.
Digital kommt auch der Berufsinformationstag im Rahmen des Jugendfilmreises zu den
jungen Zuschauenden. Sie erfahren, welche Berufe die Welt des Films zu bieten hat,
welches Ausbildungsberufe sind und wo ein Studium vorausgesetzt wird.
Kein leichter Job für die Jurymitglieder. Wer die Jugendfilmpreise Baden-Württemberg
gewinnt, wird am Samstag, 5. Dezember bei der Preisverleihung verraten. Ausgezeichnet
werden Bester Film, Bester Dokumentarischer Film, Bester Animationsfilm, Beste
Schauspielerische Leistung, Bester Drehbuch, Beste Ensembleleistung, Beste Kamera,
Bester Schnitt, Beste Visual Effects,Bester Musikclip/Clip;
es gibt auch einen Förderpreis. Ebenso werden die Preise zum Partnerwettbewerb
VVS Goldene Orange vergeben. Schauspielerin Hannah Jasna Hess, Schauspieler Ruben
Dietze und Festivalleiter Oliver Mahn moderieren das Event.
Den Nachwuchs fit für den Film machen gleich mehrere Workshops im Programm des
Jugendfilmpreises Baden-Württemberg. Die prominenten Referent*innen, darunter
Erfolgsproduzent Jochen Laube, Sängerin Cassandra Steen und das Dokumentarfilm-Duo
Sigrun Köhler und Wiltrud Baier von ‘Böller & Brot’, erklären in Videoclips, wie Jugendliche
im Film ihre Geschichten erzählen und für einen Dokumentarfilm recherchieren und
Interviews führen können. Es geht um Motion Design, Musikproduktionen,
Schauspielführung, Drehs mit dem Smartphone, die Produktion von Podcasts sowie Illusion
und Wirklichkeit auf der Leinwand.
Wie junge Filmemacher*innen mit einem Low-Budget großes Kino machen können, verrät
Erfolgsproduzent Jochen Laube, der im Rahmen der 26. Landesfilmschau mit dem Baden- Württembergischen Ehrenfilmpreis ausgezeichnet wird. Im Seminar ‘Illusion’ erklärt der
Filmproduzent aus Ludwigsburg, wie mit Fantasie bei einem einfachen Dreh ein echter
Hingucker entstehen kann.
Zunächst kommt es auf eine gute Geschichte an, meint Professor Joern Precht in seinem
Story-Telling-Seminar. Der Dozent an der Hochschule der Medien Stuttgart führt die
Teilnehmenden an das dramaturgische Schreiben heran. Welche Konflikte muss der
Protagonist in der Handlung meistern und wie verändert sich ein Charakter im Laufe einer
Heldenreise.
Wie setzt ein Videoclip einen Song in Szene und welche Macht hat Musik in Theater und
Film? Die Sängerin Cassandra Steen und Komponist Max Braun zeigen, wie Musik und Wort
im Clip und auf der Bühne visuell umgesetzt werden können, damit das Publikum den
berühmten Gänsehauteffekt erlebt.
Mit Sigrun Köhler und Wiltrud Baier gewann der Jugendfilmpreis für seinen Dokumentarfilm-
Workshop ein Referentinnen-Duo, das fester Bestandteil der DOK-Szene in Baden-
Württemberg ist. Was Menschen erleben und erzählen, ist ihr großes Thema. Wie weit und
manchmal auch steinig der Weg bis zum fertigen Werk ist, schildern beide.
Mit dem Smartphone einen kinoreifen Film drehen – für Referentin Jule Haug kein Problem.
In ihrem Workshop erfährt das junge Publikum alles über Drehs mit dem Smartphone. Dazu
gehören Schnitt, Licht und Ton sowie nützliches Zubehör wie Apps für Spezialeffekte.
Ein bis zwei Personen, ein Mikrofon und ein Gesprächsthema – fertig ist die Podcast
Produktion. Ob es wirklich so einfach ist, erklären Ulf Gerhards und Konrad Simon in ihrem
Workshop. Immerhin eroberte die Podcast Produktion in einem rasanten Siegeszug die
Medienwelt. Der Workshop thematisiert Aufnahme, Dreh, Themenfindung, Schnittprogramme
und zeitliche Organisation einer Podcast Aufnahme.
Schon vom Intro kann der Erfolg einer Serie solchen abhängen. Fesseln die ersten
Sekunden das Publikum, ist die Türe zur Geschichte geöffnet. Referent Martin Fütterer stellt
in seinem Workshop das ganze Aufgabenfeld von Motion Design vor: 3D-Visualisierung,
Animation und viele andere visuelle Effekte. Motion Design spielt eine immer wichtiger
werdende Rolle im Filmgeschäft.
Gleich drei Referent*innen kommen im Workshop ‘Schauspielführung zu Wort: Frederik
Zeugke (Dozent an der Hochschule für Darstellende Kunst Stuttgart) , Schauspielerin
Cornelia Gröschel und Regisseur Lars Gunnar Lotz. Film ist nicht nur Drehen, Schneiden,
Kino. Filme machen bedeutet auch, die Menschen, die bei all dem mitwirken zu lassen, zu
koordinieren und zu betreuen. Innerhalb der Filmbranche gibt es Unterschiede zwischen
schauspielerischem Niveau und die Arbeit mit Menschen erfordert ein hohes Maß an
Empathie und Flexibilität. Der Workshop „Schauspielführung“ bereitet darauf vor, sowohl mit
Laien als auch mit Profis zu proben und zu erlernen, Kritik im richtigen Verhältnis
anzubringen und umzusetzen. Dazu werden aktuelle Methoden und Schulen zu Rate
gezogen.