PreisträgerInnen 2019

Die Stunde der Gewinner – Impressionen der Preisverleihung

Jeanine Lang und Justin Wild mit 'ABSZISSION'

Der Preis für den Besten Film geht an ein Filmkunstwerk, das in nachdenklichem Ton, mit fast essayistischer Erzählweise und ausdrucksstarker Symbolsprache den Abschied einer jungen Frau von vertrauten Lebenswelten und kindlicher Verbundenheit erzählt. Während die beste Freundin das nächtliche Partyleben erkundet und neue Freundschaften schließt, ist die Protagonistin Amalie noch zwischen Kindheit und Jugend, zwischen Spiel und Realität gefangen.

Mit Rückblenden in die unbeschwerte Zweisamkeit der Kindheit und Einblick in Amalies Gedanken gelingt es dem Film, uns in diese Zwischenwelt voller Erinnerungen, Abschiede, Identitätssuchen und Neubeginne hineinzuversetzen.

Die Regisseurin wirft mit eindrucksvollen Bildern einen sehr vielschichtigen, authentischen Blick auf das Thema Freundschaft, herzlichen Glückwunsch

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Jana und Sophia Münster (Schauspielerinnen und JuFi Botschafterinnen), Filmteam ("ABSZISSION"), Robert Gehring (MFG und Preisstifter), Alexandra Staib (Moderatorin)

Niklas Brenner und Timo Ernst mit 'Spielfiguren' von Niklas Brenner

Das Drehbuch von Niklas Brenner und Timo Ernst erzählt nicht nur, wie Figuren die Grenzen von Fiktion und Realität überwinden und ihre eigene Kreativität einsetzen, um Geschichten zu erzählen, es führt uns auch vor Augen, wie zeitlos die kindliche Perspektive auf die Welt ist. In rasantem Wechsel bietet der Kampf zwischen Täter und Opfer, vor-getragen als eine wunderbare Symbiose zwischen Phantasie und Realität, in Form des geschwisterlichen Kräftemessens.

Diesen erzählerischen Kampf um die Bestimmung des Handlungs-verlaufs setzt das Drehbuch in die reale Darstellung um. Denn jedes der beiden Kinder kämpft darum, seiner eigenen, selbstbestimmten Realität zur Geltung zu verhelfen.

Ihr kindlicher Glauben an Gerechtigkeit wird hier mit klaren Worten und gewitzter Erzählweise aus der Perspektive beider Protagonisten ein-drucksvoll vorgetragen.

Das Ergebnis ist absolut unterhaltsam und gipfelt in einer Wechsel-wirkung zwischen Imaginären und Realen Welten, zwischen Figuren und Personen.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Niklas Brenner (Preisträger "Spielfiguren"), Dietmar Dekrell (Vorsitzender nbs e.V und Preisstifter), Alexandra Staib (Moderatorin)

Alvaro Rentz mit 'Wer, wenn nicht jetzt?' von Juri Kuhn

Alvaro Rentz überzeugt in 'Wer, wenn nicht jetzt?‘ durch seine feine, zurückgenommene Spielweise. Er transportiert sehr glaubhaft die Introvertiertheit seiner Figur DANNY, die ihre Gefühle anderen nicht zeigen kann, aus Angst vor zu viel Nähe. Gleichzeitig hat er aber eine große Sehnsucht nach Berührung und Intimität.

Er nimmt uns mit auf eine Wandlung von einem verzweifelten, verschlossenen Menschen in einem kontrollierten, von Ängsten bestimmten Alltag, der mit unterdrückten Träumen und Fantasien, Sehnsüchten und Bindungsängsten kämpft - hin zum glücklich-befreiten

Verliebten.

Die Erfahrung, dass er im Moment der größten Schwäche von dem Mädchen LESLEY nicht aufgegeben wird, nicht mehr alleine ist, lässt ihn seine Blockaden überwinden.

Die innere Zerrissenheit seiner Figur wird nicht nur in seiner Sprache, sondern auch durch feine Gesten und seine körperliche Durchlässigkeit für den Zuschauer miterlebbar. Sein sensibles Spiel wirkt zu keiner Zeit aufgesetzt, sondern ist persönlich und wahrhaftig.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Clara Kaupp (aus dem Filmteam, stellvertretend für den Preisträger Alvaro Rentz), Markus Brodbeck (Brody Bookings und Preisstifter), Felix Eitner (Schauspieler und Juror), Alexandra Staib (Moderatorin)

Brian Zajak mit 'Tontario'

Angenehm unaufgeregt, in wunderbar stimmungsvollen, gekonnt komponierten Bilder nähert sich der Filmemacher gefühlvoll, in großer Vertrautheit und mit dem nötigen Respekt seinem Protagonisten.

Beeindruckende Drohnenaufnahmen von der kühlen Schönheit finnischer Wälder wechseln sich ab mit anmutenden Detailaufnahmen von filigranen Pflanzen. Sogar die filmische Umsetzung seiner Vision von einer flüchtenden Frau im Wald gelingt, ohne kitschig zu wirken.

Dieses dokumentarische Portrait ist deshalb so stimmig, weil die formalen Gestaltungsmerkmale, die Bilder, der Ton, die Musik, mit dem Charakter ihrer Hauptfigur übereinstimmen und ihm gerecht werden.

Die Jury war sich einig - das Zusammenspiel von Regie, Kamera und Schnitt ist hier außerordentlich gut gelungen.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Ulrike Becker (Geschäftsführerin Haus des Dokumentarfilms und Preisstifter), Brian Zajak (Preisträger "Tontario"), Teresa Renn (Geschäftsführerin von Torero Film GbR. und Jurorin), Alexandra Staib (Moderatorin)

Oleg Stetsenko mit 'ZION'

In 2 Minuten 30 gelingt es Oleg Stetsenko mit ‚Zion‘ aus einem Musikclip einen kraftvollen Kurzfilm zu machen, der vorführt, was Animation kann: Mehr zeigen, als das Abbildbare, und das frei von Zwängen der Realität, wie Schwerkraft, Anatomie oder Brandschutz, der Kraft des Bildes verpflichtet, dass hier in mutigen Farben und fesselndem Tempo nicht die Natur zitiert, sondern eine eigene Sprache sucht. Spielerische Reminiszenzen an Filmklassiker von ‚Nu, pogadi‘ (Hase und Wolf) bis „King Kong“ weisen Oleg Stetsenko als Cineasten aus, der es versteht, bei seinen Helden in die Schule zu gehen. Und in seinem Leben.

Von diesem vermittelt er uns mit ‚Zion‘ einen intensiven Eindruck. Uns wird eine Welt gezeigt, in der es Kriege gibt und Jungs, die Soldaten werden müssen, wenn sie gerade aufhören Kinder zu sein. Leben in großen Städten wird gezeigt, gleichzeitig voll und leer, dunkel und bunt.

Die Animation erzählt von Einsamkeit und Gemeinschaftsglück, vom Sog der Straßen, die in die Welt führen mögen, und von der Welt auf der Straße. Spuren werden gezogen Zeichen gelesen Signale gesendet, und Energie genutzt und entwickelt in „Zion“, keinen Film, der versucht lieb zu sein, sondern eine Suche wagt. Zion, das bedeutet: Ort der Verheißung. Oleg Stetsenkos Animation fragt mit intensiven Bildern in lebendigem Rhythmus danach, was das ist, Verheißung, und wo das sein kann. Und das ist stark.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Elisa Kromeier (Programmeitung der Filmschau), Peter Stein (Gechäftsführer von blubb.media und Preisstifter), Oleg Stetsenko (Preisträger "ZION"), Lisa Forelli (Leitung des Jugendfilmrpeises), Alexandra Staib (Moderatorin)

Kevin Brari mit 'Das Ende unserer Zeit' von Jasper Graeve

Das Ende unserer Zeit überzeugt durch einen durchgängigen cineastischen Erzählstil und durch ein homogen abgestimmtes und geführtes Ensemble.

Ein sich abzeichnender Untergang mit zunehmendem Wahnsinn in einer in sich eigenen, neuen Welt lässt Raum für die erschreckende Wahrheit.

Der Bildgestalter Kevin Brari trägt einen erheblichen visuellen Anteil daran, dass ‚Das Ende unserer Zeit‘ zu einem stimmungsvollen Gesamtkunstwerk wird.

Er entwickelt ein Gefühl für Licht und Schatten und setzt die Darsteller ihren und der Stimmung der Geschichte folgend, gefühlvoll und gekonnt ins Bild. Kameraführung und Look des Films sind entsprechend der Story herausragend ohne manieriert oder extrovertiert zu wirken.

Die einzelnen künstlerischen Bereiche des Werks – Bildgestaltung, Schnitt und die hervorragende Schauspielführung - wirken so virtuos zusammen, dass ein filmisches Gesamtkunstwerk entsteht.

Die Jury war sich einig - Kevin Brari hat als Bildgestalter einen außerordentlichen Beitrag zu diesem Film geleistet!

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Notker Mahr (DoP und Vorstand FVSW), Kevin Brari (Preisträger "Das Ende unserer Zeit"), Angela Neis (Moderatorin)

Patrick Schober mit 'Limbus' von Lea Dirnberger und Patrick Schober

Bei der Beurteilung der Kategorie Visual Effects war es uns wichtig, dass die Effekte nicht nur Schmuck-Werk sind, sondern ein starkes Element im Storytelling übernehmen.

Unseren Gewinnern mit ihrem Kurzfilm ‚Limbus‘ ist genau dieser Schritt hervorragend gelungen. Die integrierten Special Effects - in diesem Fall ein Fahrzeug, welches durch einen Verkehrsunfall durch die Luft geschleudert wird - übernehmen eine zentrale Rolle in der Geschichte.

Wir gratulieren Patrick Schober und dem gesamten Limbus-Team zum Preis in der Kategorie

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Henrik von Müller (Managing Director/Executive Producer WOODBLOCK GMBH & CO.KG und Juror), Patrick Schober (Preisträger "Limbus"), Natalie Kölbl (Preisträgerin 2018), Angela Neis (Moderatorin)

Caroline Schmidt mit 'love 19'

Eine unsichtbar und doch wie das Legen eines Mosaiks erzählte Geschichte: Viele Momente, die sich zu einem Augenblick verschmelzen lassen. Ob eine Erinnerung oder Vergangenheit oder das, was übrig bleibt?

Diesen Zustand in Bildern umzusetzen, ist genauso einfach wie schwer. Fast unmöglich und dann doch so wahr. Eine sehr mutig erzählte Geschichte, die Regeln bricht und ihre eigenen setzt.

Rhythmisch, verträumt und sehr gelungen ist, ,love 19' geschnitten. Durch Carolines Erzählweise hebt sich dieser Film deutlich von allen anderen ab. Die Erzählung in ,love 19' wird durch den Schnitt nicht nur sehr stark geführt, sondern auch geprägt: Wie sich hunderte von Bildern zu einem Gedanken, einer Erinnerung verschmelzen lassen und als Erinnerung wahrgenommen werden, ist spannend und macht Lust, wieder Neues im Schneideraum auszuprobieren.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Jörg Schmidt (Rektor der media GmbH und Preisstifter), Caroline Schmidt (Presiträgerin "love 19"), Nina Bärmann (Filmeditorin und Jurorin)

Nils Mornhinweg und Florian Josephowitz mit 'Over My Head'

Das Ziel eines Musikvideos ist es, das Gefühl eines Songs in Bewegtbildern wieder zu geben. Es muss nicht immer das teuerste Equipment, die aufwendigsten Effekte oder das ganz große Team sein.

Oftmals reicht schon eine kleine Gruppe von Leuten aus, die mit einer guten Idee einen Song visuell umsetzen um dem Zuschauer so mehr Zugang zu verschaffen. Das ist bei dem Gewinner Video perfekt gelungen.

Vor allem die Darstellerin passt perfekt in die Berliner Großstadt Szenerie. Die Protagonistin vermittelt dem Zuschauer ein reales Gefühl.

Ebenfalls technisch ist das Video gut gelöst. Die slow motion Aufnahmen bringen die Gefühlswelt der Hauptfigur auf den Punkt.

Durch das überwiegend mit available light gefilmten Clips wirkt alles authentischer. Musik und Bild verschmelzen zu einer Ebene und das ist es, was ausschlaggebend ist.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Hannah und Falco (Filmteam und Musiker), Steffen Mornhinweg (Filmteam "Over My Head"), Florian Josephowitz (Preisträger "Over My Head"), Nils Mornhinweg (Preisträger "Over My Head"),  Carsten Schuffert (Geschäftsführer Bewegte Bilder und Preisstifter), Manuel Mayer (Musikproduzent und Juror), Lisa Forelli (Leitung des Jugendfilmpreises), Angela Neis (Moderatorin)

Sadri Okumus mit 'Das Glück in der Hand'

Der Nachwuchsfilmemacher hat ein spürbares Anliegen. Seine Geschichte wirkt nicht ausgedacht, sondern kommt aus seinem Innersten. Sie thematisiert die großen Fragen:

Wie möchte ich leben?

Was ist mir wichtig im Leben?

Wie kann ich meine Träume verwirklichen?

Mit einer unaufdringlichen, unterstützenden Kameraführung und sehr stimmigen Settings wird diese Erzählung aus der jugendlichen Lebensperspektive heraus atmosphärisch dicht umgesetzt.

Das durchweg gute Zusammenspiel des Ensembles und die positive Grundhaltung der Charaktere, lassen den Zuschauer eine Atmosphäre von nachdenklicher Tiefe in einer ungewohnten Leichtigkeit erfahren.

Statt Resignation, Verzweiflung oder Wut angesichts aller Widerstände verfolgt die Hauptfigur weiter ihren Lebenstraum.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Metehan und Tunahan Demirkaya (Filmteam "Das Glück in der Hand"), Sadri Okumus (Preisträger "Das Glück in der Hand"), Felix Eitner (Schauspieler und Juror), Angela Neis (Moderatorin)

Jan Wollenschläger mit 'alles gute'

Linus hat Geburtstag und er ist völlig allein. Er steht am Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

Freunde, Verwandte, ja selbst seine Mutter sind so mit sich beschäftigt, dass sie seinen Geburtstag vergessen. Linus wird immer verzweifelter und wütend. Dieser Zustand steigert sich immer mehr bis zum sehr überraschenden Ende des Films.

Unterstützt wird die Atmosphäre der Isolation, der ohnmächtigen Wut und zunehmenden Aggression durch ausgewählte Close-Ups und eine sehr durchdachte Bildgestaltung.

Die Selbstbezogenheit aller Beteiligten und die Überforderung der Hauptfigur angesichts neuer Lebensumstände sind zeitgemäße Themen, die in ‚Alles Gute‘ spannend und mitreißend umgesetzt wurden.

Wir sind gespannt auf mehr und gratulieren Jan Wollenschläger zum diesjährigen Förderpreis.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Paul Nollenberger (Fachbereichsleiter Jugend und Medien, Jugendstiftung Baden-Württemberg und Preisstifter), Sophia und Jana Münster (Schauspielerinnen und JuFi-Botschafterinnen), Jan Wollenschläger (Preisträger "alles gute"), Angela Neis (Moderatorin)

Lia Sanwald mit 'Der Weg eines Joghurtbechers'

Die 15 Jahre junge Filmemacherin hat ihrem Animationsfilm eine solide Recherchearbeit zugrunde gelegt. Wir sagen einstimmig: toll - der Film ist rund! In unaufgeregtem Erzählton wird ein globaler Zusammenhang hergestellt - ganz konkret anhand der Reise eines leeren Joghurt-bechers.

Das Problem Müllexport wird nicht nur angerissen, auch konkrete Lösungen und Handlungsempfehlungen bietet der Film an. Die Bilder sind detailliert ausgearbeitet, ansprechend animiert und mit guter Musik hinterlegt.

‚Der Weg eines Joghurtbechers‘ ist das gelungene Werk von Lia Sanwald, die wir sehr herzlich beglückwünschen!

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Gabriele Winkler (Engagement Global und Preisstifter), Emilie Sanwald (Filmteam "Der Weg eines Joghurtbechers"), Lia Sanwald (Preisträgerin "Der Weg eines Joghurtbechers"), Gabriele Radeke (stellv. Geschäftsführerin DEAB)

Lukas Lummer mit 'Der Weg ist das Ziel'

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Gabriele Radeke (stellv. Geschäftsführerin DEAB), Lukas Lummer ("Der Weg ist das Ziel"), Gabriele Winkler (Engagement Global und Preisstifter), Angela Neis (Moderatorin)

Joshua Thaler mit 'Der Klimawandel vor unserer Haustüre'

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Gabriele Radeke (stellv. Geschäftsführerin DEAB), Joshua Thaler ("Der Klimawandel vor unserer Haustüre"), Gabriele Winkler (Engagement Global und Preisstifter), Angela Neis (Moderatorin)

Cornelius Baum und Kasper Rafn mit 'GOLO'

Golo ist Interspace-Turm-Spotter, das heißt, er begeistert sich für Türme und hat seit Langem einen Trip zum Fernsehturm in Stuttgart geplant, - einer der schönsten Türme der Galaxis.

Doch kurz vor dem Ziel stürzt er mit seinem Raumschiff ab. Deswegen versucht er jetzt, mit Bus und Bahn den Rest der Strecke zu schaffen. Dabei begibt er sich nicht nur auf eine Reise durch Stuttgart, sondern auch durch die Filmgeschichte.

Mit zahlreichen Referenzen aus unterschiedlichen Werken der Filmkunst, dem großen Einsatz eigenhändig gebastelter Requisiten, sorgfältiger Bildnachbearbeitung, Visual Effects und viel Sinn für Humor gelingt Cornelius Baum eine unterhaltsame Erzählung, die durch ihre Leichtigkeit und Experimentierfreude verblüfft.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Filmteam ("Golo"), Host Stammler (Geschäftsführer VVS und Preisstifter), Cornelius Baum (Preisträger "Golo"), Kasper Rafn (Preisträger "Golo"), Oliver Kern (Marketing VVS GmbH), Alexandra Staib (Moderatorin)

Medienwerkstatt AG der Grundschule Tennenbrunn mit 'Nur eine Tüte'

Unmengen an Plastikmüll verschmutzen die Meere. Tatsächlich ist es etwas absurd, ein derart langlebiges Material wie Plastik hauptsächlich dazu zu verwenden, Produkte herzustellen, die nur kurz in Gebrauch sind wie eine Plastiktüte aus der Obst- und Gemüseabteilung eines Supermarkts.

Durch einen cleveren Perspektivwechsel innerhalb eines technisch anspruchsvollen Filmes gelingt es der AG zu verdeutlichen, was mit einer harmlos wirkenden Plastiktüte geschehen kann. Besonders hervorzuheben ist die Professionalität, mit der der Film für diese Altersgruppe umgesetzt wurde und die Tatsache, dass die Idee über einen längeren Zeitraum verfolgt wurde. Ein Konzept, dass die Jury voll und ganz überzeugte.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Medienwerkstatt AG Grundschule Tennenbrunn (Preisträger "Nur eine Tüte"), Sabine Winkler (Journalistin und Moderatorin)

Carlotta Rief mit 'ICH, und die Generation, die die Welt retten muss'

Auf ästhetische Art und Weise setzt Carlotta die Befürchtungen ihrer Generation beim Thema Klimaschutz um.

Der Film der ambitionierten Macherin zeichnet sich durch die tolle Verwendung verschiedener Stile, schön gewählter Bilder und einer hervorragenden Umsetzung aus. Besonders hervorheben möchte die Jury die Tatsache, dass Carlotta sich für alle Punkte des Films, sei es Schnitt, Musik oder Regie selbst verantwortlich zeigt und dies mit der Verleihung des Preises würdigen!

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Filmteam ( "ICH, und die Generation, die die Welt retten muss"), Kai Mungenast (Bezirksvorsteher von Stuttgart-Vaihingen)

Manuel Kaupp-Merkle und Andreas Giannakidis mit 'Nur noch kurz die Welt retten'

Die Frage, was jede*r Einzelne gegen den Klimawandel tun kann, wurde im Verlauf des Wettbewerbs bereits mehrfach beantwortet. Jede*r kann mit kleinen Schritten beginnen und selbst etwas in die Hand nehmen.

Der Film überzeugt nicht nur mit wunderbaren Landschaftsaufnahmen aus Island, wo ein Austausch mit einer dortigen Gemeinde stattfand und einem guten Einsatz von Musik, sondern stellt zum richtigen Zeitpunkt auch die richtige Frage: wie lässt sich der Wille zum Klimaschutz mit dem eigenen Verhalten vereinbaren?

Nur noch kurz die Welt retten oder nur noch kurz genießen und die Welt retten? Tolle Aufnahmen aus Island, Klimaschutz als internationales Anliegen und vor allen Dingen der reflektierte Umgang mit der eigenen Reiselust zeichnen diesen Film aus und machen ihn für uns zum Gewinner des diesjährigen Jugendmedienpreises.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Mahn (Festivalleiter), Filmteam ("Nur noch kurz die Welt retten"), Benjamin Wahl (Diözesanleiter BDKJ/BJA), Anna Stützle (Projektreferentin für den katholischen Jugendmedienpreis), Alexandra Staib (Moderatorin)

Medienwerkstatt AG der Grundschule Tennenbrunn mit 'Nur eine Tüte'

 

 

Foto v.l.n.r.: Angela Neis (Moderatorin), Medienwerkstatt AG Grundschule Tennenbrunn (Preisträger "Nur eine Tüte"), Anna Stützle (Projektreferentin für den katholischen Jugendmedienpreis)

PreisträgerInnen 2018

Valentino Rentz und Deborah Bode mit 'Keep the Change' 

Das Team hinter dem kurzen Film Keep the Change erzählt eine Dystopie und schafft es mit nur wenigen ausgewählten Bildern eine eindringliche Stimmung zu vermitteln, die die Aufmerksamkeit des Zuschauers einzufangen vermag. Der Film folgt einer sich durch Trümmer wühlenden Mutter, die auf der Suche nach Nahrung ist.

Dem Film gelingt, was nur selten Filmen gelingt; und zwar, dass sich die eigentliche Geschichte ausschließlich im Kopf des Zuschauers abspielt, ohne in konkreten Bildern und Dialogen erzählt zu werden. Die Filmemacher versuchen nicht eine Langfilmdramaturgie auf wenige Minuten zu komprimieren, sondern entscheiden sich bewusst für eine kurze Erzählung. Für eine Momentaufnahme aus dieser vielleicht gar nicht allzu fernen Zukunft, die auf eindrucksvolle Art und Weise gezeigt wird. Keep the Change ist stilistisch und erzählerisch auf einem extrem hohen Niveau, weshalb die Auszeichnung als Bester Film mehr als verdient ist.

 

 

Foto v.l.n.r.: Steffen Freckmann (Produzent der MONTAVIA Filmproduktion und Juror), Theo Dassler (Keep the Change), Valentino Rentz (Keep the Change), Deborah Bode (Keep the Change), Dorothee Martin (Referentin der MFG Filmförderung und Preisstifterin)

Cosmea Spelleken mit 'Honigkuchen'

In Honigkuchen fühlen wir mit einem Charakter mit, der an Weihnachten der Realität ins Auge sehen muss, dass Familie nicht mehr das ist, was es einmal war. Elli ist zu Gast bei ihren Eltern, was sich für sie wie eine fremde Welt anfühlt. Sie flüchtet vor Gefühllosigkeit wieder nach Hause zu ihrer Freundin. Dorthin, wo ihre Reise begonnen hat.

Die Entfremdung zwischen Elli und ihrer Familie ist mit der nötigen Kälte erzählt und ist nicht zuletzt durch die spitzen Dialoge hervorragend getroffen. Die feinfühlige Figurenzeichnung und Realitätsnähe machen das Drehbuch zu einem runden und einfühlsamen Film. Amelies kleine Reise wird so zu einer großen Geschichte über das Auseinanderleben. Der Honigkuchen als Sinnbild für Familie.

 

 

Foto v.l.n.r.: Samuel Gheist (Drehbuchautor und Filmemacher), Leonard Wölfl, Merit Brinks, Laurin Lampe (Stellvertretend für Cosmea Spelleken), Dietmar Dekrell (Vorsitzender nbs e.V. und Preisstifter)

Dino Niethammer mit 'Zavala' von Timo Zacharias.

Ein Soldat, der erst in dem Moment begreift, was es bedeutet im Krieg zu sein, als er vor seinen Augen geschieht.

Die Wandlung von einem schon fast naiven jungen Mann, der „die Aussicht“ genießen möchte, während er auf dem Weg ist, seinen neuen Posten zu beziehen, um die „richtige Seite“ zu stärken, hin zu einem traumatisierten Menschen, der gequält von Schuldgefühlen, der Realisierung der Wahrhaftigkeit seiner Aufgabe und der Frage des großen Warums, eigentlich nichts mehr weiß.

Dino Niethammer stellt mit Liebe zum Detail das Erwachsenwerden in einer Situation dar, in der er es schon längst erreicht haben müsste. Jede Erkenntnis, die seine Figur hat, zeigt die Veränderung seines Verhaltens in Bezug auf die persönlichen Gefühle, die er vor allem im Zusammenspiel mit Phineas oder in einsamen Momenten zum Ausdruck bringt. Von einem naiven selbstbewussten Jugendlichen, über einen Menschen, der sich auch nur nach Zuwendung sehnt, bis zu einem desillusionierten Mann, hat Dino Niethammer gezeigt, dass er all dies verkörpern und in einem schlüssigen Bogen erzählen kann.

 

 

Foto v.l.n.r.: Markus Brodbeck (Geschäftsführer von brodybookings und Preisstifter), Hannah Buhr (Zavala, stellvertretend für Dino Niethammer), Leonie Wesselow (Schauspielerin und Jurorin)

Paul Scholten mit 'Biotop'.

Paul Schalten seziert präzise in seiner äußerst konsequent komponierten schwarz weiß Tableau-Sinfonie, in der die Individuen, vor der Aufzeichnungsgewalt des Kinos zu erstarren scheinen und zu Kompositionselementen im filmischen Raum werden, die Bipolarität des Kleinbürgertums ohne selbst eine Wertung vorzunehmen und erschafft dadurch einen subtilen Raum der Selbstreflexion.

 

 

Foto v.l.n.r.: Dr. Kay Hoffmann (Studienleiter des Haus des Dokumentarfilms und Preisstifter), Paul Scholten (Biotop), Lisa Forelli (Leitung Jugendfilmpreis

Aruna Gallas, Majda Sehovic und Julia Maier mit 'Aye, Aye!'.

Ein tiefsitzendes Trauma gepaart mit fortschreitender Demenz sind schwierige Themen, von

denen man sich alles andere als Leichtigkeit, Humor und überraschende Wendungen erwartet. Aruna Gallas, Majda Sehovic und Julia Maier ist dieser Spagat mit ihrem Animationsfilm “Aye, Aye” gelungen, indem sie uns als Zuschauer in das Innenleben der bürokratisch-chaotischen grauen Zellen eines ehemaligen Kapitäns mitnehmen. Dabei wird die Geschichte mit gekonnten Twists, einer spannungsreichen Dramaturgie, einem stimmigen Animationsstil sowie einer überzeugenden Soundkulisse erzählt, die uns auch nach mehrmaligen Ansehen noch mit neuen Details überrascht hat.

 

 

Foto v.l.: Laurenz Lerch (Schauspieler und Stellvertreter für die Gewinner), Peter Stein (Geschäftsführer der Blubb.media GmbH und Preisstifter)

Johannes Schmidt mit "Dunkle Nächte" von Jonas Thielcke.

Langsam fährt die Kamera auf die Wohnzimmertür zu. Mit einem lauten Quietschen und wie von Geisterhand öffnet sie sich und lässt uns Teil einer tragischen Familien Geschichte werden.

„Dunkle Nächte“ überzeugt durch seine gelungene, dichte Bildsprache und schafft es den Zuschauer vom 1. Moment des Films in den Bann zu ziehen.

Kameramann Johannes Schmidt spielt gekonnt mit dem Genre des Horrorfilms und beeindruckt mit atmosphärischen Bildern und tollen Kamerafahrten. Eine Parallelmontage zu Beginn erzeugt besonders Spannung. Plötzlich wird vom Wohnzimmer nach außen in die Nacht gesprungen. Langsam fährt die subjektive Kamera einen dunklen Weg entlang und nährt sich dem Haus. Etwas ist im Anmarsch.

In bester Alfred Hitchcock Marnier nutzt Johannes das Stilmittel der Suspense. Sowohl die Nachtaufnahmen als auch die Tagbilder sind sehr cineastisch und schön geleuchtet. Durch den Einsatz von Nebel in den Innenräumen wirken die Bilder besonders atmosphärisch und das Mädchen mit den schwarzen Augen ist gelungen in Szenen gesetzt. Beeindruckt hat ebenfalls eine Plansequenz in der Mitte des Films und die visuelle Klammer am Ende. So wie sich zu Beginn die Tür geöffnet hat, so schließt sie sich am Ende des Films wieder.

 

 

Foto v.l.n.r.: Julian Dieterich (Regisseur, Jufi-Preisträger 2015), Johannes Schmidt (Dunkle Nächte, Kameramann), Moritz Mössinger (Kameramann)

Natalie Kölbl, Dennis Höpner, Tobias Ullrich und Patrick Piel mit "Mortis Law" von Marcel Wohlfahrt. 

Ein Projektil rast unaufhaltsam auf den Hotelmanager Mortimer zu um dessen Schicksal zu besiegeln und somit auch das seines Sohnes. Detailgenau in das Realbild integriert und mit großartiger Kombination von Kamera und Schnitt pointiert in Szene gesetzt, ist das Geschoss in Zeitlupe der zentrale Punkt von "Morti's Law". Wie eine Allegorie auf den Protagonisten und seine Geschichte ist dieser äußerst plastische Effekt unaufgeregt und doch prominent - einfach erhebend.

Erwähnenswert ist ebenfalls die gelungene Autofahrt auf Greenscreen - auch hier ist das Zusammenspiel von Visual Effect, Ensemble und Schnitt größer als die Summe der einzelnen Teile. Die Fahrt bleibt im Gedächtnis. Das rundum gelungene Gesamtwerk "Morti's Law" wird komplettiert mit der Einrahmung durch gutes Titeldesign und dreidimensionaler Typographie im Abspann - alles gekonnt bearbeitet. Gute Visual Effects unterstützen Ästhetik und Inhalt eines Films. Exzellente Visual Effects gehen weiter - sie arbeiten die Aussage des Films heraus, geben ihm Bedeutung, verdichten ihn.

Dies ist dem VFX-Team Natalie Kölbl, Robert Peichl, Dennis Höpner und Tobias Ullrich erstklassig gelungen. Herzlichen Glückwunsch!

 

 

Foto v.l.n.r.: Lukas Fabian (VFX Artist bei MackeVision und Preisstifter), Marcel Wohlfahrt (Mortis Law)

Timo Zacharias mit 'Zavala'.

Zavala schafft eine eigene, besondere Atmosphäre, die stark durch den Schnitt geprägt ist. Die Montage mit dem ruhigen und unaufdringlichen Rhythmus und die Wahl der richtigen Einstellungsgrößen verstärken die Geschichte in ihrer Dramaturgie und tragen dazu bei, dass sie für den Zuschauer erlebbar wird.

Filmemacher Timo Zacharias beweist Feingefühl und Talent für den Schnitt. Schon der Einstieg ist wunderbar: Trotz hektischer Aktion der Darsteller am Anfang bringt der Schnitt Ruhe in den Film. Auch den ganzen Film über wird mit Widersprüchen und Gegensätzlichkeiten gespielt. Es herrscht Krieg – in einem Naturparadies. Man kommt sofort in dieser Welt an und spürt die Sehnsucht der Figuren. Die Sinnlosigkeit des Krieges und die Tragik sind durch die Erzählweise und trotz der schönen Aufnahmen nachvollziehbar.

Das Tempo der Schnitte variiert und treibt so dramaturgisch die Handlung an. Der Editor lässt mutig Einstellungen lange stehen und schneidet im richtigen Augenblick, ohne dass die Geschichte ins Stocken gerät. Der Schnitt steuert die Handlung perfekt, lässt aber den Figuren den Freiraum, der es dem Zuschauer ermöglicht ihren Gefühlszustand hautnah zu erleben, beinahe in sie hineinschauen zu können. All dies macht den Film so besonders!

 

 

Foto v.l.n.r.: Herr Jörg Schmidt (Rektor der Media GmbH und Preisstifter), Timo Zacharias (Zavala), Hannah Buhr (Zavala), Juljan Safranj (Musiker und Filmemacher)

Daniel Beigel und Kim Reinemuth mit 'Altilium'.

Altilium ist ein Film der uns zeigt, wie hoch die Qualität schon im kleinen Rahmen sein kann! Man spürt den Drang nach Modernität in der ersten Minute mit der Wahl der Musik. Professionelle Kamerafahrten und ein gelungener Schnitt sorgen dafür, dass man schon fast vergisst, dass dieser Film von 16-18 jährigen gemacht wurde. Gewählte Locations, gute VFX Bearbeitung, ein durchgehender Look... die Liste könnte noch länger sein.

Im Hinblick auf das Alter und die verfügbare Technik kann man auf jeden Fall sagen, dass dieser Film in jeglicher Hinsicht mit sehr viel Leidenschaft und Arbeit verbunden war, was sich gelohnt hat. Wir sind gespannt, was wir von den Jungen Filmemachern noch erwarten können.

 

 

Foto v.l.n.r.: Elisa Kormeier (Programmleitung der Filmschau), Daniel Beigel (Altilium), Patrick Schober (Altilium), Lisa Forelli (Leitung des Jugendfilmpreises)

Klasse CM2 der Deutsch-Französischen Grundschule Freiburg unter der Leitung von Sarah Moll mit 'Zusammen sind wir stark'.

In Zusammen sind wir stark wird vom Neuzugang zweier Schüler aus Frankreich in eine Grundschulklasse erzählt. Obwohl diese anfangs herzlich aufgenommen werden, wird einer der neuen Schüler in der Pause gehänselt und bedroht. Da er allein wehrlos ist, kann ihm nur der Zusammenhalt der ganzen Klasse helfen.

Man spürt, dass die Schülerinnen und Schüler in diesem Film mit viel Spaß an der Sache eine Geschichte aus ihrem eigenen Leben erzählen. Hier widmen sich junge Menschen im ganz Kleinen einer Thematik, die kaum aktueller sein könnte. Zusammenhalt und Integration sind Themen, die in aller Munde sind. So steht die erzählte Geschichte für große gesellschaftliche Werte, ohne dabei zu belehrend zu sein. Wir sehen in diesem Film eine beachtliche Ensembleleistung, da vor und hinter der Kamera die Schülerinnen und Schüler maßgeblich an der Produktion beteiligt waren und dabei lediglich angeleitet wurden. Den Schülern wünschen wir alles Gute und freuen uns auf die kommenden Filme.

 

 

Foto v.l.: Clemens Kullmann (Bereichsleiter Stuttgarter Jugendhausgesellschaft und Preisstifter), Schülerinnen der Klasse CM2, Leonie Wesselow (Schauspielerin und Jurorin)

Simon Hoffmann mit 'Bildungsgang'. 

Ein aufwändig produzierter Musikclip, der sich auf eindrucksvolle Weise für mehr Freiheit in der Bildung stark macht. In vielfältigen und ausdrucksstarken Bilderwelten gelingt es dem Film den Song und seine kreative Wortgestaltung gekonnt in Szene zu setzen. Der Mix aus Performance und narrativen Szenen, die darstellerische Qualität und die individuelle Ästhetik unterstreichen die kreative Gesamtgestaltung.

 

 

Foto v.l.n.r.: Juljan Safranj (Musiker und Filmemacher), Philip Fricker (Regisseur, Kreativproduzent und Juror), zwei Teammitglieder des Films, Simon Hoffmann (Bildungsgang)

Jan Horvath und Adriane Sorg mit 'The Lifeguardian'.

Auf sehr kreative und einfallsreiche Art setzt sich der Film mit dem Thema ‚Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll‘ auseinander. Nah am Lebensalltag von Jugendlichen ist der Film visuell äußerst professionell umgesetzt. Die Kamera- und Schnittarbeit ist sehr gelungen und der dramaturgische Aufbau überzeugend. Die passende Musikauswahl verstärkt die durch Bilder geweckten Emotionen.

„Lifeguardian“ – zu Deutsch Lebensretter oder Lebenswächter kann doppeldeutig gelesen werden: das eigene Leben zu beschützen und sinnstiftend zu leben ist eng damit verknüpft, dass wir mit dem Leben auf der Erde und der natürlichen Umwelt sorgsam umgehen sollten. Und so appelliert der Film an den oder die Life Guardian, der in uns allen steckt. Die Jury hat sich von der fast poetischen, fantastischen Herangehensweise des Films bezaubern lassen.

„The Lifeguardian“ ist ein sehr gelungenes Werk des Filmemachers Jan Horvath, den wir zusammen mit seinem Team sehr herzlich beglückwünschen!

 

Foto v.l.n.r.: Ellian Lieb (DEAB), Jan Horvath (The Lifeguardian), Adriane Sorg (The Lifeguardian), Amelie Sternagel (DEAB)

Luis Schneiderhan mit 'Frieden fängt bei dir an'.

Frieden fängt bei Dir an – dieser Film ist erfrischend, witzig, lebendig und farbenfroh. Als eine gute Auseinandersetzung auf verschiedenen Ebenen mit dem Thema Frieden ist der Film visuell und schnitttechnisch einfallsreich gestaltet. Wir sehen eine authentische, eigenständige Produktion. Das Besonders am Aufbau ist, dass der Protagonist seine eigene Position in Frage stellen kann, er also fähig zur Selbstreflexion ist. Der Film spricht junge Erwachsene an und zieht doch auch ältere Erwachsene ins Geschehen hinein und regt Menschen allen Alters an, über die Bedeutung von Frieden nachzudenken. Mit Ironie als Stilmittel ist ihm das gut gelungen. Wir beglückwünschen Luis Schneiderhan und sein Team zum Film „Frieden fängt bei dir an“!

 

 

Foto v.l.n.r.: Elian Lieb (DEAB), Luis Schneiderhan (Frieden fängt bei dir an), Amelie Sternagel (DEAB)

Carlotta Wald mit '40 Jahre VVS'.

Der Film ‚40 Jahre VVS‘ nimmt uns mit auf eine Zeitreise durch die Jahrhunderte lange Geschichte des Reisens. In kurzen Episoden wird die jugendliche Perspektive auf die Mobilität im Wandel der Zeit kreativ und dem Jahrzehnt entsprechend kostümiert eröffnet. Mit Witz und viel Liebe zum Detail gelingt dem 8-köpfigen Team eine unterhaltsame Retrospektive auf die kleinen Geschichten des alltäglichen Reisens und Busfahrens, die der VVS mit der Goldenen Orange auszeichnet.

 

 

Foto v.l.n.r.: Oliver Kern (Markting VVS und Preisstifter), Carlotta Wald, Zina Strunz, Maria Jelic, Lena Lorenzl, Anna Hauser, Fabienne Haase, Julia Wald (40 Jahre VVS), Thomas Hachenberger (Geschäftsführer der VVS und Preisstifter)

Philipp Wanner mit 'Der Heimweg'.

Welche Herausforderungen Schülerinnen und Schüler auf dem Nachhauseweg zu meistern haben und welche Tricks zum pünktlichen Erreichen des Ziels führen, erzählt uns ‚Der Heimweg‘ aus der Sicht einer pflichtbewussten Enkelin. Der Kurzfilm überzeugt durch gelungene Bildgestaltung und einen humorvollen Einsatz der Off-Stimme, die uns Einblick in die Gedanken der Protagonistin gewährt. Der VVS zeichnet die pointierte Erzählung mit dem VVS-Jubiläumspreis aus.

 

 

Foto v.l.n.r.: Thomas Hachenberger (Geschäftsführer der VVS und Preisstifter), Luisa Woche (Der Heimweg), Philipp Wanner (Der Heimweg), Oliver Kern (Marketing VVS und Preisstifter)

Madlen Gairing, Kathrin Sauter und Nora Weiß mit 'Ist Wahrheit noch Pflicht?'.

Intensiv haben sich die filmbegeisterten Mädchen mit dem Wettbewerbsmotto auseinandergesetzt, sich dazu eine schlüssige Geschichte ausgedacht und diese in einen gelungenen Film transformiert. Als Ergebnis sehen wir einen viereinhalb minütigen Kurzfilm mit technischen Raffinessen, die für diese Altersgruppe sehr gut umgesetzt wurden. Alles in allem ein sehr schönes Werk, das die Jury vollauf überzeugte. 

 

 

Foto v.l.n.r.: Nadine Maier (Bischöfliches Jugendamt, Diözese Rottenburg Stuttgart und Preisstifter), Madlen Gairing, Kathrin Sauter, Nora Weiß (Ist Wahrheit noch Pflicht?), Katharina Haugwitz (Diözese Rottenburg Stuttgart und Preisstifter)

Leon Zorn und Leon Sandner mit 'Medienmenschen'.

Die Arbeit ist ein Kurzfilm, der sich wieder der sehr eigenen Kunstform des verfilmten Poetry-Slam bedient. Wieder deshalb, weil der eine Leon beim Katholischen Jugendmedienpreis kein Unbekannter ist: Er war auch der Preisträger derselben Kategorie im vergangenen Jahr. Der diesjährige Preis geht nun nicht an einen Leon, sondern an zwei Leons: Beide analysieren und beschreiben in ihrem Film „Medienmenschen“ das gesellschaftliche Medienverhalten und üben darin eine sehr klug durchdachte und pointierte Kritik Auch in diesem Jahr haben das freie Stilelement der gereimten Erzählung, die technische Qualität und der hohe Zeitaufwand der Synchronisation die Jury überzeugt. 

 

 

Foto v.l.n.r.: Nadine Maier (Bischöfliches Jugendamt, Diözese Rottenburg Stuttgart und Preisstifter), Leon Sandner (Medienmenschen), Leon Zorn (Medienmenschen), Katharina Haugwitz (Diözese Rottenburg Stuttgart und Preisstifter)

Lukas Gawenda mit 'Gespalten'.

Geld oder Liebe ist ein beliebter Plot. Auch der Film „Gespalten“ erzählt davon. Im Mittelpunkt der Handlung steht allerdings das starke Ringen des Protagonisten mit seiner inneren Haltung. Und so wird der Zuschauer von Filmminute zu Filmminute erst in den Abwägungsprozess und dann in die inneren Kämpfe des jungen Werbefotografen hineingezogen, der eine Imagekampagne für ein Atomkraftwerkt produzieren soll. So viel sei vorweggenommen, die Hauptfigur entscheidet sich richtig und erhält dann auch wieder die Aufmerksamkeit der schönen Atomkraftgegnerin. „Gespalten“ ist ein hochprofessionelles und technisch aufwändiges Werk, dessen Handlung auf wahren Begebenheiten beruht und vielleicht auch deshalb so eine wunderbar schöne und schlüssige Geschichte erzählt.

 

 

Foto v.ln.r..: Anna Stützle (Diözese Rottenburg-Stuttgart und Jurorin), Lukas Gawenda (Gespalten), Thomas Maria Renz (Weihbischof und Preisstifter)